Spanisch △ En quince minutos Ana Lucía habla de la ventana intercultural que se debe abrir, de las mentiras que la gente se dice para no hacerlo, de su no siempre fácil historia personal y de la responsabilidad que tenemos ante les niñes como personas que hemos sido socializadas en otros países y hemos decidido vivir aquí. Después de narrar el caso de una persona encerrada en sus ideas preconcebidas Ana Lucía hace algunas recomendaciones – “aunque no soy experta” – para verse con claridad y empezar una transformación. Ojalá, tercer trimestre de 2021, Hamburgo
Alemán ▲ In fünfzehn Minuten spricht Ana Lucía über das interkulturelle Fenster, das geöffnet werden muss; über die Lügen, die man sich erzählt, um dies nicht zu tun; über ihre nicht immer einfache persönliche Geschichte und über die Verantwortung, die wir als Menschen, die in anderen Ländern sozialisiert wurden und sich entschieden haben, hier zu leben, den Kindern gegenüber haben. Nachdem sie den Fall einer Person erzählt hat, die in ihren vorgefassten Meinungen gefangen ist, gibt Ana Lucía einige Empfehlungen – “obwohl ich keine Expertin bin” – um sich selbst klar zu sehen und eine Transformation zu beginnen. [hoffentlich] drittes Vierteljahr 2021, Hamburg. In Ausländerdeutsch

 

Ana Lucía Pazmiño (Quito, Ecuador – Hamburgo, Alemania) ha sido elegida en votación popular como miembro del Concejo de Integración de un populoso distrito hamburgués, Harburg. Gente alemana y no alemana conforma el Concejo, único en su tipo en la ciudad-estado. Otros distritos hamburgueses y la Alcaldía Mayor de la ciudad tienen solamente concejos asesores, es decir, concejos que participan sin voto en las deliberaciones sobre los asuntos de les extranjeres en la ciudad. Las decisiones tomadas por el Concejo de Integración de Harburg con la participación de Ana Lucía cambian efectivamente la vida y la convivencia de extranjeres y alemanxs.
Ana Lucía Pazmiño (Quito, Ecuador – Hamburg, Deutschland) wurde in einer Volksabstimmung als Mitglied des Integrationsrates des bevölkerungsreichen Hamburger Stadtteils Harburg gewählt. Deutsche und Nicht-Deutsche bilden den Rat, den einzigen seiner Art im Stadtstaat. Andere Hamburger Bezirke und das Bürgermeisteramt haben nur Beiräte, d.h. Gremien, die ohne Stimmrecht an den Beratungen über Ausländerangelegenheiten in der Stadt teilnehmen. Die Entscheidungen, die der Harburger Integrationsrat unter Beteiligung von Ana Lucia trifft, verändern tatsächlich das Leben und das Zusammenleben von Ausländern und Deutschen.
Ana Lucía es pedagoga social y maestra de alemán para migrantes. Ella está casada con un hombre alemán, tiene dos hijas. En el audio se la escucha en castellano. Un resumen en alemán de los puntos más significativos está  debajo de la foto.
Ana Lucia ist Sozialpädagogin und Deutschlehrerin für Migranten. Sie ist mit einem deutschen Mann verheiratet und hat zwei Töchter. Im Audio können Sie sie auf Spanisch hören. Eine Zusammenfassung in deutscher Sprache der wichtigsten Punkte  befindet sich unterhalb des Photos.

 

 

 

 

 

Una mujer habla por el micrófono Eine Frau am Mikrophon

 

 

De 0`00 a 2’29:

Im Jahr 2005, als ich in Ecuador lebte (…) lernte ich einen deutschen Mann kennen und wir wurden ein Paar (…) 2006 kam ich ihn hier besuchen, um unsere Beziehung zu formalisieren. (…) Ich kam zurück nach Ecuador und begann, ein Studienvisum zu beantragen, um hier ein Aufbaustudium zu machen. Als ich hierher zurückkam, bekam ich eine sehr schlechte Nachricht: Mein geliebter Freund hatte jemand anderen kennengelernt und so stand ich auf der Straße. Das Studienvisum erlaubte es mir nicht, zu arbeiten oder irgendeine Art von Hilfe vom Staat zu bekommen. Manchmal musste ich am Bahnhof schlafen, manchmal habe ich nicht gegessen…. (…) bis ich eine deutsche Frau kennenlernte, die Leiterin einer Grundschule war (…) sie erlaubte mir, in ihrer Wohnung zu leben (…) ich war natürlich ein bisschen dissoziert wegen des Traumas, das ich erlebt hatte, aber ich traf sehr gute Leute, die mich unterstützten und mir halfen, weiterzukommen.

 

De 2’35 a  6’10:

Als Sprachlehrerin habe ich die Gelegenheit gehabt, Menschen aus vielen Ländern zu treffen (…) Für mich ist es schmerzhaft, Menschen zu treffen, die seit vielen Jahren hier leben und (…) zu viele Schwierigkeiten gehabt haben, um sich dem Erlernen der Sprache zu widmen. Das bedeutet, dass ihre Kinder nicht alle Möglichkeiten wahrnehmen können, die es gibt. (…) Unsere Kinder sind nicht hier, um unsere Übersetzer oder Helfer zu sein (…) Es gibt Diskriminierung, es gibt Rassismus, ja, eine Menge, aber lasst uns mit unseren Kindern auch über die positiven Dinge sprechen (…) wenn wir immer darüber reden, was man uns angetan hat, was man uns nicht gegeben hat, nehmen wir unseren Kindern die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, gute oder schlechte, aber dass sie sie selbst machen (…) sie verdienen sie.

 

De 6’20 a 9’55

Ich möchte Ihnen von einem repräsentativen Fall erzählen (…) eine Frau kam zu mir, weil sie wusste, dass ich Mitglied im Integrationsrat bin. Sie war sehr traurig, aufgebracht, entrüstet (…) sie hatte am Vortag um 8 Uhr einen Termin bei der Ausländerbehörde gehabt und man hatte ihre Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert (…) Sie sagte mir: Ich bin ein bisschen zu spät gekommen, ich kam dreißig Minuten zu spät, ich bin ein bisschen zu spät aufgestanden, ich habe den Bus verpasst (…) Also sagte ich zu ihr: Es ist deine Verantwortung. Da begann sie mit ihrem „Ja, aber. Ja, aber“  Und ich habe mich gefragt: Wie kommen wir aus diesem “Ja, aber” heraus, das unsere Komfortzone ist (…) Wie übernehmen wir die Verantwortung, die wir oft selbst für unsere Misere haben? Es ist wichtig, über sich selbst nachzudenken: Wie können wir das tun? (…) Unsere Erfahrungen aufschreiben (…) Die Möglichkeit finden, mit einer anderen Person zu sprechen (…) oder vielleicht mit einem Coach (…).

 

Desde 10’40

(…) … Würden Sie nicht gerne ein Fenster zur anderen Kultur öffnen? Geben wir der anderen Kultur eine Chance (…) Grundlegende Punkte für ein interkulturelles Zusammenleben sind: (…) … vergleichen wir nicht die Kulturen (…) denken wir nicht “diese ist nicht so gut wie meine” (…); wir alle fühlen Angst (…) aus dieser Erkenntnis kommt unsere Empathie; wir können uns fragen: haben sie auch [die anderen] ein bisschen Angst; der dritte Punkt wäre (…) was könnte mein Beitrag in dieser Situation sein, wo beide Seiten Angst fühlen? (…) Offenheit ist wichtig, Offenheit bedeutet, offen mit Ängsten, Unsicherheiten und Bedürfnissen umzugehen (…), zuzugeben, Angst zu empfinden und Bedürfnisse zu haben, die befriedigt werden müssen – ohne es als Mangel zu betrachten (…).

 

 

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Con Blanca Ochoa (México-Alemania) hay aquí una entrevista sobre el Concejo Asesor de la Secretaría de Trabajo, Sociales, Familia e Integración de la ciudad-estado de Hamburgo.
Hier finden Sie ein Interview mit Blanca Ochoa (Mexiko-Deutschland) über den Integrationsbeirat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration des Stadtstaates Hamburg.

 

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  1. No basta con manifestarse contra los alemanes que defienden su terruño y sus costumbres como todas las naciones, también es necesario admitir qué mentiras y comodidades seguimos practicando, o bien porque resulta fácil, o bien porque creemos que siempre se puede echarle la culpa al pueblo que cometió el holocausto. ✿✿✿✿ Übersetzung von Ojalá:   Es reicht nicht aus, sich gegen die Deutschen zu äußern, die wie alle Nationen ihre Heimat und ihre Bräuche verteidigen, man muss auch zugeben, welche Lügen und Bequemlichkeiten wir weiterhin praktizieren, entweder weil es einfach ist oder weil wir glauben, dass wir immer die Schuld auf die Menschen schieben können, die den Holocaust begangen haben.

  2. A muchas personas las intranquiliza saber que tienen que aprender alemán, les aumenta la ansiedad y prefieren reprimir el tema, no pensar. Eso es un resultado de que fueron poco a la escuela y fueron mal. Es una de esas jugarretas de la vida: gente que logró salir de su país y llegar a Alemania, que es toda una empresa, se desanima aquí pronto por la lucha con el idioma. Es como lograr escalar la montaña y ya en la cima no saber cómo atravesar el charco que encuentran allá. Maestras latinas de alemán son muy necesarias, son parteras.✿✿✿✿ Übersetzung von Ojalá: Vielen Menschen ist es unangenehm, dass sie Deutsch lernen müssen, es macht sie ängstlich und sie ziehen es vor, das Thema zu verdrängen, nicht daran zu denken. Dies ist eine Folge davon, dass man nicht genug zur Schule gegangen ist, dass man schlecht gegangen ist. Es ist eine dieser Tücken des Lebens: Menschen, die es geschafft haben, ihr Land zu verlassen und nach Deutschland zu kommen, was ein ziemliches Unterfangen ist, werden hier schnell entmutigt, weil sie mit der Sprache kämpfen. Es ist, als würde man erfolgreich den Berg besteigen und dann oben angekommen nicht wissen, wie man die Pfütze überquert, die man dort vorfindet. Latino-Deutschlehrer*innen sind sehr notwendig, sie sind wie Hebammen.

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